24. Oktober 2018

Zehn Bundesstützpunkte für Niedersachsen

Der Leistungssport in Niedersachsen hat die Anerkennung für zehn Bundesstützpunkte ab Januar 2019 erhalten. Alle beantragten Stützpunkte in Hannover wurden anerkannt. Erstmals ist auch die Sportart Rugby vertreten.

Der Spitzensport bleibt weiter fest in Niedersachsen verwurzelt. Ab Januar 2019 ist Niedersachsen Standort für zehn Bundesstützpunkte (BSP). Das hat das Bundesverwaltungsamt jetzt mitgeteilt. Anerkannt wurden BSP für die Sportarten Boxen, Judo, Leichtathletik (Lauf, Sprint, Hürden, Sprung), Rudern, Rugby, Sportschießen (Gewehr, Pistole, Bogen), Tennis, Tischtennis, Gerätturnen (männlich) und Wasserball (männlich). Mit der Verlagerung des BSP Boxen von Gifhorn nach Hannover befinden sich sämtliche Stützpunkte in Hannover. Erstmals vertreten ist die Sportart Rugby, die nunmehr neben dem BSP in Heidelberg mit Hannover auch über einen Standort im Norden verfügt.

Zusammen mit dem Olympiastützpunkt Niedersachsen in Trägerschaft des Landessportbundes Niedersachsen, den Eliteschulen des Sports im Verbund mit dem LOTTO Sportinternat Hannover, den Landesleistungszentren und den Landesstützpunkten haben die Bundestützpunkte eine starke Leistungssport-Infrastruktur in Niedersachsen.

Prof. Dr. Ilka Seidel, Leiterin des Olympiastützpunktes (OSP) Niedersachsen, zeigt sich mit der finalen Entscheidung des  Bundesministeriums des Innern zufrieden, da nun endlich Entscheidungen getroffen wurden: „Die zweimalige Prolongierung der damaligen Bundesstützpunkte ohne klare Entscheidungen für die Zukunft kamen einer Warteschleife gleich. Erfreulicherweise können wir die in den vergangenen knapp eineinhalb Jahren am OSP vorgenommenen Veränderungen nun auch zukünftig für den Spitzensport in mindestens zehn Sportarten wirksam werden lassen. So haben wir umfängliche Investitionen in der diagnostischen Ausstattung in der Trainingswissenschaft und in der Sportmedizin realisiert. Außerdem haben wir den OSP personell zukunftsweisend aufgestellt, indem wir in der Ernährungsberatung als erster OSP in Deutschland und in der Sportpsychologie nach dem OSP Berlin seit diesem Frühjahr jeweils eine festangestellte Mitarbeiterin haben. Auch in der Trainingswissenschaft haben wir uns personell verstärken können, um die gestiegenen Anforderungen der Spitzenverbände bedienen zu können.“      

Die Anerkennung der BSP Judo, Leichtathletik (Lauf, Sprint, Hürden, Sprung), Rudern, Rugby, Sportschießen (Gewehr, Pistole, Bogen) und Wasserball (männlich) gilt bis zum 31.12.2024. Die BSP Boxen, Tennis, Tischtennis, Gerätturnen (männlich) wurden bis zum 31.12.2020 anerkannt. Die Standorte für die Sportarten Hockey (Damen) in Braunschweig und Trampolin in Salzgitter sind zukünftig keine Bundesstützpunkte mehr. „Der LandesSportBund Niedersachsen, der Olympiastützpunkt Niedersachsen, die zuständigen Landesfachverbände aber auch Sportbünde und das Ministerium für Inneres und Sport des Landes Niedersachsen werden gemeinsam alles daran setzen, dass diese Sportarten auch zukünftig eine leistungssportliche Heimat in Niedersachsen haben. Hierfür haben wir mit dem Leistungssportkonzept Niedersachsen 2030, das im September vom LSB-Präsidium beschlossen wurde und das den Delegierten des Landessporttages im November zur zustimmenden Kenntnis vorgelegt wird, die notwendigen strukturellen und inhaltlichen Weichen gestellt“, so Prof. Dr. Ilka Seidel.     

Die Anerkennung der neuen Bundesstützpunkte ist Teil der Neustrukturierung des Leistungssports und der deutschen Spitzensportförderung. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Spitzenverbände und das Bundesministerium des Innern einigten sich darauf, die Anzahl der Bundesstützpunkte zu reduzieren, um die verbleibenden Standorte auf Weltklasseniveau ausstatten zu können. Die Unterscheidung in Bundesstützpunkt und Bundesstützpunkt Nachwuchs wird es ab 2019 nicht mehr geben.

Neben den zehn Bundesstützpunkten gibt es in Hannover in Kooperation mit Hamburg auch weiterhin einen Paralympischen Trainingsstützpunkt für die Sportart Rollstuhlbasketball (männlich). Die Anerkennung gilt bis zum 31.12.2020. Bis dahin hat auch Para Badminton seit September 2018 die Anerkennung als Paralympischer Trainingsstützpunkt zugesprochen bekommen. 

Hintergrund:

Bundesstützpunkte sind anerkannte Einrichtungen, an denen Spitzensportlerinnen und Spitzensportler ihr tägliches Training absolvieren und zentrale Lehrgangsmaßnahmen der Spitzenverbände durchgeführt werden. Das Stützpunkttraining ist neben den zentralen Lehrgängen der Spitzenverbände für die meisten der dort trainierenden Athletinnen und Athleten eine wesentliche Säule für den Trainings- und Leistungsaufbau. Die inhaltlichen Träger der Stützpunkte sind die jeweils zuständigen Spitzenverbände gemeinsam mit den Landesfachverbänden und Leistungssport tragenden Sportvereinen.

Die Anerkennung erfolgt auf Antrag des jeweiligen Spitzenverbandes und einer positiven Stellungnahme des Deutschen Olympischen Sportbundes und des zuständigen Landesministeriums nach Entscheidung durch das Bundesministerium des Innern vom Bundesverwaltungsamt.

 

LSB Niedersachsen