21. Februar 2018

Ergebnisse des zehnten Tages

Der siebenmalige Weltmeister Francesco Friedrich hat mit seinem Anschieber Thorsten Margis im Zweierbob Olympia-Gold gewonnen. Nach vier Läufen lagen sie zeitgleich mit Gesamtweltcupsieger Justin Kripps aus Kanada. Friedrich und Kripps lagen nach vier Läufen 0,05 Sekunden vor dem Letten Oskars Melbardis. Nico Walther (Oberbärenburg/+0,20) mit Anschieber Christian Poser und Johannes Lochner (Stuttgart/+0,28) mit Christopher Weber fuhren auf den Rängen vier und fünf knapp an Bronze vorbei. Zwei Olympiasieger im Zweier hatte es zuvor nur 1998 in Nagano gegeben, als Pierre Lueders (Kanada) und Günther Huber (Italien) zeitgleich auf Rang eins lagen. Durch seinen Erfolg ist Friedrich der siebte deutsche Pilot, der Olympiasieger im kleinen Schlitten wurde. Zuletzt hatte Andre Lange 2010 in Vancouver Gold gewonnen, bevor das deutsche Bob-Team vier Jahre später in Sotschi erstmals seit 50 Jahren ohne Medaille blieb. 

Für Friedrich sah es nach zwei Läufen ebenfalls nicht gut aus, als er nur auf Rang fünf lag. Der 27-Jährige aus Oberbärenburg wechselte aber noch einmal die Kufen und lag damit im wahrsten Sinne des Wortes goldrichtig. Bundestrainer Rene Spies jubelte danach im Ziel ebenfalls ausgelassen, die harte Arbeit der vergangenen vier Jahre hatte sich gelohnt.

In den letzten beiden Durchgängen entwickelte sich der von Friedrich angekündigte „Krimi“. Walther, dessen Bob am Sonntag bei 140 Sachen in der Zielkurve gestürzt war, musste seine Halbzeitführung abgeben. Der frühere Rodler zeigte zwar keinen schlechten dritten Lauf, aber da Walther der mit Abstand langsamste Starter der Sieganwärter war, fiel er von Platz eins auf fünf zurück. Lochner blieb nach einer soliden Fahrt auf dem Bronzerang, während Friedrich auf der schwierigen Bahn im Alpensia Sliding Centre seine Aufholjagd startete und mit Bahnrekord von Rang fünf auf Platz zwei fuhr.

Die Skispringer Andreas Wellinger, Richard Freitag, Karl Geiger und Stephan Leyhe haben in der olympischen Team-Entscheidung in Pyeongchang wie 1998 und 2010 Silber gewonnen. Gold gewann erstmals Norwegen.

Mit Platz zwei in einem spannenden Springen hinter Norwegen wurde Wellinger nach Gold und Silber im Einzel zum erfolgreichsten Springer der Olympischen Spiele in Südkorea.

Der 22 Jahre alte Wellinger war wieder der Mann des Abends: Dank seines starken letzten Sprungs auf 134,5 m zog das deutsche Quartett mit 1075,7 Punkten gerade noch an Polen (1072,4) mit Superstar Kamil Stoch vorbei auf Rang zwei. Zum Gold-Coup wie vier Jahre zuvor in Sotschi fehlten Wellinger, Richard Freitag, Karl Geiger und Stephan Leyhe aber umgerechnet zwölf Meter. Dennoch durfte sich das Quartett über die vierte deutsche Schanzen-Medaille der Winterspiele freuen. 

Wellinger, der als einziger aus dem Siegerquartett von 2014 verblieben war, gewann zudem als erster deutscher Skispringer dreimal Edelmetall bei einer Olympia-Ausgabe. Für Freitag, Geiger und Leyhe war es das erste Olympia-Edelmetall überhaupt.

 

Quelle: DOSB