26. Februar 2018

Ergebnisse des vierzehnten Tages

Sie zählten zu den Favoriten der Männerstaffel, führten zwischenzeitlich, doch am Ende eines turbulenten Rennens jubelten die deutschen Biathleten über die Bronzemedaille.

Dass die deutsche Staffel eigentlich Gold gewinnen wollte, darüber sprach nach einem verrückten Rennen mit unzähligen Führungswechseln niemand mehr. Vor allem das letzte Rennen in Pyeongchang kostete nicht nur Kraft, sondern angesichts einer durchwachsenen Schießleistung auch mal wieder reichlich Nerven. Am Vortag war die deutsche Frauen-Staffel als Gold-Favorit gestartet, die Aussichten waren noch deutlich rosiger als bei den Männern. Der achte Platz von Laura Dahlmeier, Franziska Preuß, Franziska Hildebrand und Denise Herrmann war damit Warnung genug – und dennoch sah es so aus, als würde sich die Geschichte wiederholen.

Nach einer Gala-Vorstellung von Lesser übernahm Doll als Führender, er baute zunächst auch den Vorsprung aus und fand sich nach zwei Strafrunden dann doch außerhalb der Podestränge wieder. „Das war ein Dämpfer“, sagte Doll, der Bronze in der Verfolgung gewonnen hatte „und sich nicht erträumt hätte, die Heimreise mit zwei Medaillen anzutreten.“

Die zweite Plakette hatte er vor allem Peiffer zu verdanken. Der Sprint-Olympiasieger, der die deutsche Mixed-Staffel zu Beginn der Woche mit einem Zitterhändchen vom Gold-Thron auf Platz vier geschossen hatte, lief zunächst auf den dritten Rang. Der Abstand zur Spitze war allerdings derart gering, dass Schempp sogar noch Gold hätte angreifen können. Fehler am Schießstand zerstörten diesen Plan, hinter Olympiasieger Schweden und den ebenfalls hoch gehandelten Norwegern erreichte der Massenstart-Zweite mit deutlichem Abstand das Ziel. Ohne die Schwächen der Konkurrenz wäre sogar die Medaille in großer Gefahr gewesen.

Die deutschen Eishockeyspieler besiegen auch Rekord-Olympiasieger Kanada und spielen am Sonntag gegen Rekord-Weltmeister Russland um die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von PyeongChang.

Als das Unglaubliche passiert war, flogen Schläger und Handschuhe durch die Luft, auf dem Eis vergoss Kapitän Marcel Goc Freudentränen, und auf der Tribüne sangen deutsche Olympiasieger: „Finale, oho!“ Nach einem Spiel für die Ewigkeit kämpfen die Eishockey-Nationalspieler bei den Olympischen Winterspielen in PyeongChang sensationell um Gold. „Das setzt dem Ganzen die Krone auf – ein Jahrhundertspiel“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann nach dem historischen 4:3 (1:0, 3:1, 0:2) gegen Rekord-Olympiasieger Kanada.

Als der wilde Jubel sich gelegt hatte, versuchten die Eis-Helden zu verstehen, was sie gerade geleistet hatten. „Jeder redet immer noch von 1976, von der Mannschaft, die damals Bronze gewonnen hat“, sagte Abwehrspieler Christian Ehrhoff: „Für die nächsten 50 Jahre wird jeder von diesem Team reden.“ Schon vor dem Endspiel am Sonntag (13.10 Uhr Ortszeit/5.10 MEZ) gegen den Rekordweltmeister Russland ist der größte Erfolg in der deutschen Eishockey-Geschichte perfekt: Die Mannschaft hat Silber sicher – und damit mehr erreicht als die Bronze-Gewinner von 1932 und 1976.

Noch ist die unglaubliche Erfolgsgeschichte der Mannschaft von Bundestrainer Marco Sturm nicht zu Ende. Zwar ist im Endspiel Rekordweltmeister Russland, der sich im Halbfinale gegen den Erzrivalen Tschechien mit 3:0 durchsetzte, klarer Favorit. Doch die Ausgangslage war gegen Kanada und zuvor gegen Weltmeister Schweden (4:3 nach Verlängerung) nicht anders. „Die Mannschaften biegen uns, aber wir brechen nicht“, meinte Torschütze Hager: „Wir spielen fast wie Maschinen, ein Zahnrad greift ins andere.“

Was sie mit ihren begeisternden Spielen in der Heimat auslösen, haben die Eishockeyhelden längst gemerkt. „Die Handys explodieren“, berichtete Hager. Und Verteidiger Yannic Seidenberg erzählte: „Alle Nachbarn daheim haben sich frei genommen, es ist ein richtiges Eishockeyfieber ausgebrochen.“

DOSB-Präsident Alfons Hörmann ist nach dem Finaleinzug der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ins Schwärmen geraten. „Das ist ein historischer Erfolg, der in den Geschichtsbüchern von Sportdeutschland an keiner Stelle fehlen wird“, sagte Hörmann dem SID nach dem 4:3-Erfolg im Halbfinale gegen Rekord-Olympiasieger Kanada: „Dass das jetzt zum Abschluss der erfreulichen und erfolgreichen Spiele auch noch dazu kommt, setzt dem Ganzen eine Krone auf.“

Hörmann hatte das „Jahrhundertspiel“, wie er es bezeichnete, gemeinsam mit knapp einhundert Athleten und Betreuern des Team D in der Halle verfolgt. „Es war Dramatik und Nervenkitzel pur“, sagte Hörmann: „Am Ende war die Stimmungslage zum Zerreißen. Es haben alle in der gebührenden Form skandiert. Die Spieler haben das sichtlich wahrgenommen und wertgeschätzt. Wenn man einen Moment für den gelebten Teamgeist im Team D erleben wollte, dann war es der“, sagte er.

Quelle: DOSB