19. September 2016

Zwei EM-Titel für Pauline Starke

17 Starter schickte der Deutsche Judo-Bund (DJB) ins Rennen um die Medaillen der Europameisterschaft in der Altersklasse U21 ins spanische Malaga.

Es war ihr Tag. Nach 4 Ippon-Siegen in langen Kämpfen der 57-Kilogramm-Klasse konnte Pauline Starke vom Judo Team Hannover sich auch im Finale durchsetzen. Ihr Bundesliga-Verein, der JC Wiesbaden, hat sie beim Bundesligakampftag schmerzlich vermisst, doch die Freude überwiegt. „Die beste Entschuldigung“ nennt der Verein den Titel seines Gold-Nachwuchses. Es ist der erste EM-Titel der Hannoveranerin, nach einer Bronzemedaille in der U18.

Tim Gramkow hatte in der Gewichtsklasse -81kg viel zu tun. Nicht nur, weil dort die Leistungsdichte extrem eng beieinander liegt, auch das Teilnehmerfeld war sehr breit im Vergleich zu den anderen Gewichtsklassen. Bis zu seiner Bronzemedaille musste er 5 Kämpfe bestreiten und Ausdauer beweisen – vor allem da seine Vorrundenkämpfe allesamt (fast) die komplette Kampfzeit beanspruchten. Während er vorzeitig das Halbfinale gegen den Portugiesen Etugidze verlor, gewann er gegen dessen Landsmann Martinho nach einer denkbar spannenden Aufholjagd im Golden Score. Der Judoka des TKJ Sarstedt sorgte für eine Bronzemedaille und kurze Fingernägel in seiner Heimat.

Giovanna Scoccimarro vom MTV Vorsfelde erreichte ebenfalls das kleine Finale ihrer Kategorie -70kg. Scoccimarro eliminierte sogar die topgesetzte und spätere Dritte Gercsak und verlor nur knapp gegen die spätere Europameisterin. Ihr Ergebnis spiegelt ihre Leistung leider nicht wieder. Brausewetter musste mit fünf Kämpfen für das Schwergewicht relativ oft auf die Matte. Sie konnte drei der fünf kräftezehrenden Duelle gewinnen, doch leider landete sie damit nur knapp nicht auf dem Treppchen.

Die deutschen Mädels des U21-Bundestrainers Claudiu Pusa preschen durch den Teamwettbewerb der Europameisterschaft und lassen eigentlich starke Nationen wie die Niederlande, Frankreich und im Finale Russland blass aussehen.

Szekely, Starke, Reimann, Scoccimarro und Wagner. Das war Pusas Rezept zur Europameisterschaft. 4:1, 5:0, 4:1, 4:1 heißen die starken Ergebnisse gegen Niederlande, Türkei, Frankreich und Russland.

Pauline Starke vom Judo Team Hannover wurde ihrer neuen Rolle als Europameisterin -57kg gerecht. Sie gewann jeden Einzelnen ihrer vier Kämpfe und erwies sich als Bank für das deutsche Team. Jedes Mal legte sie zu einem komfortablen 2:0 vor und spielte eine starke Rolle bei der Mission EM-Titel.

Giovanna Scoccimarro hingegen konnte eine ihrer zwei Revanchen für sich entscheiden. Während sie gegen die Holländerin Ausma gewinnen konnte, ging ihr Kampf gegen die Französin Gahie zumindest deutlich knapper aus als zuvor. Erst der Kampfrichter entschied durch Shido im Golden Score. Scoccimarro war es, die den EM-Titel gegen Russland mit einem krachenden Ippon klar machte.

Quelle: DJB
Foto: EJU, Kostadin Andonov